Das Fichtelgebirge - eine faszinierende Natur- und Kulturlandschaft, geprägt von bizarren Felsformationen, ausgedehnten Wäldern, Wiesen, Feldern, Sagen & Legenden, schmucken Dörfern und Städten sowie von den Quellen des Weißes Mains, der Saale, Naab und Eger, deren Flussläufe den vier Himmelsrichtungen entsprechen und die dem Mittelgebirge im nordöstlichen Teil Bayerns (sowie teilweise im angrenzenden Tschechien) den Namen „Herzbrunnen Europas“ gaben.
Geografisch umrahmt, wird das Fichtelgebirge vom Frankenwald und Thüringer Wald, Elstergebirge und Erzgebirge, Oberpfälzer Wald, Böhmerwald und Bayerischer Wald sowie von der Fränkischen Alb.
Das deutsche Mittelgebirge erreicht mit seinem höchsten Gipfel - dem Schneeberg mit dem Aussichtsturm Backöfele - eine Höhe von bis zu rund 1.050 Metern. Markante Erhebungen und grandiose Aussichten gibt es vielfach im Fichtelgebirge, zum Beispiel den Epprechtstein mit gleichnamiger Burgruine, der Oberpfalzturm auf der 946 Meter hohen Platte im Steinwald oder der sagenumwobene 1.024 Meter hohe Ochsenkopf als zweitgrößter Gipfel und beliebtes Wander, Rad- und Wintersportgebiet.
Radfahren, Wanderungen und Mountainbiketouren sind nur einige Möglichkeiten, den Urlaub in „Europas Herzbrunnen“ aktiv zu gestalten. Vom Asphaltstockschiessen über Golf, Nordic Walking, Tennis und Reiten bis hin zu Motorradausflügen, Kanu- und Bootsfahrten, Segeln, Surfen, Drachen- und Gleitschirmfliegen wird den Feriengästen im Fichtelgebirge so einiges geboten.
Wer den rasanten Fahrspaß bevorzugt, sollte einen Abstecher zur Sommerrodelbahn am Ochsenkopf und in der kalten Jahreszeit die Fahrt auf einer der Winterrodelbahnen nicht versäumen. In den Wintermonaten stehen bei Einheimischen und Gästen aber auch Eislaufen, Eisstockschießen, Schneeschuhwandern und Langlauf hoch im Kurs.
Gemütliche und erholsame Stunden erleben Groß und Klein in den Seen, Hallen- und Freibädern des Fichtelgebirges, beim Angeln, Kneippen, einer Runde Minigolf, einer Kutsch-, Boots- oder Ballonfahrt.
Die „bunte“ Tier- und Pflanzenwelt, welche in den verschiedenen Lebensräumen des Fichtelgebirges - Fichtenwälder, Moore, Felsengebilde, ehemalige Steinbrüche, Gewässer etc. - beheimatet ist, lässt sich gewiss auf einer interessanten Wanderung erkunden.
Als besonders wertvoll eingestuft, untersteht die artenreiche Flora und Fauna dem Schutz des Naturparks Fichtelgebirge, der zwischen Hof an der Saale und Weiden in der Oberpfalz sowie zwischen der Festspielstadt Bayreuth und Cheb (Tschechien) eine Fläche von über 1.000 km² einnimmt und sich auch der Erhaltung dieser einzigartigen Kulturlandschaft widmet.
Doch was macht das Fichtelgebirge im Nordosten Bayerns so einmalig? Sind es die mannigfachen Gesteine und Mineralien, die dem Mittelgebirge den Beinamen „steinreiche Ecke Bayerns“ einbrachten? Im Übrigen ist vor allen Dingen der facettenreiche Granit als Gestein vertreten.
Oder sind es die bemerkenswerten Gesteinsformen, wie das Luisenburg-Felsenlabyrinth nahe Wunsiedel, welches ferner bekannt ist für die Luisenburg-Festspiele, oder die Formationen des Rudolfsteins?
Selbst der berühmte Dichter Johann Wolfgang von Goethe gestand „Der Granit lässt mich nicht los!“.
Die Geschichte des Fichtelgebirges und seiner Bewohner ist eng mit dem Reichtum an Bodenschätzen, dem Bergbau und der Weitverarbeitung verknüpft - ob Eisenerz, Gold, Granit, Marmor oder Zinn. Inzwischen spielt der Bergbau nur noch eine untergeordnete Rolle, ein Großteil der entsprechenden Gruben und Werke ist geschlossen.
Einige Besucherbergwerke und Museen ermöglichen jedoch einen Einblick in die regionale Bergbaugeschichte, darunter das Besucherbergwerk (Silbereisenbergwerk) „Gleißinger Fels“ in Fichtelberg oder das Goldbergbaumuseum, der Besucherstollen „Schmutzlerzeche“ und das Besucherbergwerk „Mittlerer-Name-Gottes“ in Goldkronach.
Im staatlich anerkannten Erholungsort Goldkronach können sich kleine und große Goldgräber mit Waschpfanne bewaffnet, eigens auf die Goldsuche begeben, und außerdem werden hier jedes Jahr die Deutschen Meisterschaften im Goldwaschen ausgetragen.
Die Herstellung von Glaswaren und insbesondere Porzellan - das „weiße Gold“ - ist ebenso mit dem Fichtelgebirge verbunden. In diesem Zusammenhang sind vor allem die „Stadt des Porzellans in Hochfranken“ - Selb - und die dort ansässigen, renommierten Unternehmen Hutschenreuther AG (BHS tabletop AG) und Rosenthal AG anzuführen.
So ist es nachvollziehbar, dass auch dieser Wirtschafsfaktor Interessierten in Museen nahe gebracht wird, unter anderem im Europäischen IndustrieMuseum für Porzellan in Selb und im Deutschen PorzellanMuseum in Hohenberg an der Eger, beide Museen bilden gemeinsam mit dem Rosenthal Museum und dem Europäischen Museum für Technische Keramik (beide ebenfalls in Selb) das so genannte „Porzellanikon“.
Nicht zuletzt ist der Fremdenverkehr ein bedeutender wirtschaftlicher Faktor für die deutsche Mittelgebirgsregion, bietet das Fichtelgebirge schließlich nicht nur eine bemerkenswerte Natur, kulturelle Schätze und damit einhergehend vielerlei Freizeitaktivitäten, sondern auch attraktive Hotels, Ferienwohnungen, Pensionen und Ferienhäuser.
Die Schönheit der ursprünglichen und zuweilen mystischen Landschaft erleben, ist für viele Urlaubsgäste des Fichtelgebirges ein Muss. Doch auch an Schlechtwettertagen gibt es im „Herzbrunnen Europas“ allerlei zu entdecken, wie die Zisterzienserinnenabtei Waldsassen mit der prunkvoll ausgestatteten Bibliothek, das Neue Schloss und die Eremitage in Bayreuth, die Pfarrkirche Pilgramsreuth (Rehau), den Freizeitpark Schönwald, die Dreifaltigkeitskirche Kappl bei Waldsassen oder den Bürgerpark Theresienstein mit zoologischem und botanischem Garten in Hof. In Hof warten darüber hinaus ein Streichholzmuseum, ein Teddy-Museum und ein Brauereimuseum.